T e c h n i s c he __ B e s c h r e i b u n g

Das Wasserwerk

Der Weissenbach entspringt in Schlatt / Hämikon und liefert das Wasser über einen seperaten Kanal zum Weiher. Der Sagiweiher hat ein Fassungsvolumen von ca. 800 m3. Davon können ca. 500 m3 genutzt werden.

Die Wyssebacher Sagi ist mit zwei komplett getrennten Antriebssystemen ausgerüstet. Zum Antrieb der Eingattersäge wird über einen Holzkanal von ca. 40 Meter Länge Wasser auf das oberschlächtige Wasserrad geleitet. Eine Druckleitung leitet Wasser aus dem Weiher mit einem Gefälle von ca. 20 m zu einer Francis-Turbine, welche über eine Transmission die installierte Wagenfräse antreibt.

Das Wasserrad

erstellt durch Hans Lüscher, Wagnerei, Gontenschwil

___• Aussendurchmesser 5,5 m

___Umfang 17,27 m

___Gewicht mit Kammrad ca. 2,5 t

___• Radkranz aus Lärchenholz (2 mal 6 Felgen)

___• Radkranzbreite aussen 1,0 m

___• Schaufeln aus Lärchenholz 48 Stück

___• Schaufelbreite 0,9 m

___• Wellbaum und Speichen aus Lärchenholz Durchmesser 0,5 m

___• Lagerung Wälzlager

Das Kammrad

erstellt durch Beat Furrer, Schreinerei, Schwarzenbach

___• Kammrad aus Eichenholz mit 156 Apfelbaumholzzähnen

___• Aussendurchmesser 3.895 m

___• Felgenbreite 0.19 m

___• Leistung bei 70 l pro s 4 PS

___• Drehzahl Wasserrad 5 U / min

___• Wassereinlaufgeschwindigkeit ca. 3 m / s

Die Eingattersäge

Ein Metallritzel mit 8 Zähnen übernimmt die Antriebskraft des Wasserrades und treibt über eine Riementransmission die Hauptwelle mit Schwungrad an. Über die seitlichen Excenterscheiben und die Gatterstössel wird das Sägegatter angetrieben. Dieses erreicht ca. 170 - 180 Hübe / min. Damit bei wenig Wasser im Sagiweiher trotzdem angefangene Arbeiten fertiggestellt werden können, ist ein installierter Elektromotor von 4 PS, Baujahr 1901, in der Lage die Säge anzutreiben.

Auf dem neu angefertigten Klotzwagen, mit Holzverzahnung für den Vorschub, wird der zu sägende Stamm eingespannt. Dieser wird mit Wasserkraft über eine Holzradübersetzung mit einem einstellbaren Vorschubsystem vorwärts befördert. Der Rücklauf des Klotzwagens wird durch ein Bodengefälle von 30 cm auf 16,8 m Länge erleichtert. Durch die Straffung eines Riemens erfolgt der Wagenrücklauf heute ohne Kraftanstrengung.

Der Sägemeister hat an seinem Arbeitsplatz einige Hebel, die ihm den Sägereibetrieb ermöglichen. Für die Wasserzuführung zum Wasserrad oder zur Turbine können über Stahldrahtseile die beiden Weiherventile mit je einem feststellbarem Hebel fernbetätigt werden.

Bei Beendigung eines Schnittes wird über ein Hebel die Klappe des Fallschachts geöffnet und das Weiherventil geschlossen, damit kein Wasser mehr auf das Wasserrad gelangt. Gleichzeitig wird über einen weiteren Hebel eine Klappe im Wasserkanal (vor dem Fallschacht) geschlossen. Das sich im Kanal befindliche Wasser wird somit unmittelbar vor dem Wasserrad aufgestaut.

Wenn der Sägemeister den Stamm umgerüstet hat und für den nächsten Schnitt eingestellt hat, kann er nach Öffnung des Weiherventils und der Klappe sofort seine Arbeit fortsetzen und es wird zudem noch Wasser eingespart.

Bei der Restauration der Säge wurde sehr darauf geachtet, alte Bausubstanz zu erhalten und nicht einfach durch neue Elemente zu ersetzen. Überzeugen Sie sich doch selber von der Richtigkeit dieser Ausführungen und statten Sie der Wyssebacher Sagi einen Besuch ab.

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